Bezirkskonvent auf Studienfahrt in Halle und Wittenberg

Vom 17. bis 20. Mai 2026 waren zwölf Pfarrerinnen und Pfarrer aus dem Kirchenbezirk unterwegs nach Halle und Wittenberg. In Halle gab Dr. Felix Eiffler eine Einführung in regio-lokale Kirchenentwicklung und Prof. Dr. Michael Domsgen sprach über Empowerment im Kontext von Kirchesein. Es gab viele Fragen und Anregungen zum Weiterdenken und Erproben. Alle freuten sich darüber, Zeit für das zu haben, was im Gemeindealltag oft zu kurz kommt: theologisch-geistliche Auseinandersetzung mit den Themen, die uns unter den Nägeln brennen. 

Bezirkskonvent in Halle und Wittenberg
In Wittenberg lernten wir über die Realität, Pfarrer*in in einer überwiegend nicht-christlichen Gesellschaft zu sein. Manche Pfarrer*innen feiern am Wochenende bis zu 7 Gottesdienste. Superintendentin Metzner erzählte, dass ihr Kirchenbezirk steinreich ist mit 162 Kirchen, 20 Pfarrer*innen, 9 Kantor*innen und 10 Gemeindepädagog*innen. 1 Pfarrperson trägt dort Verantwortung bis zu 24 Orten. Auch hier heißt es: Mut zum Lassen. Gottesdienste werden zentral gehalten.
 
Es ist eine kleine Kirche, in der je nach Region zwischen 6 bis maximal 18% der Kirche angehören. Und wie sieht die Kirche den Wahlen im September entgegen, in der die AfD, die sich aktiv gegen Kirche positioniert, aller Voraussicht die Mehrheit der Wählerstimmen erhalten wird? "Wir sind gewohnt, Kirche in der Minderheit zu sein und Widerstand zu spüren bekommen", erklärte die Superintendentin. Deshalb setzen sich die Mitarbeitenden und Gemeindemitglieder an vielen Orten mit viel Engagement für Verständigung ein, aber sprechen auch eine deutliche Sprache gegen kirchen- und menschenfeindliche Politik.
 
(Ute Jäger-Fleming)